© wolf-inside
Hundeschule wolf-inside

Sind Strafen in der Hundeerziehung

notwendig oder überflüssig?

Wie wird ein Hund bestraft ohne das Vertrauen zu zerstören.

Glauben Sie, dass ein Hund lernt, nicht an der Leine zu ziehen, wenn der Mensch bei gestraffter Leine wortlos stehen bleibt? Ich glaube das. Nein, ich weiß es sogar. Hunde lernen nach einem einfachen Muster, ähnlich dem der Menschen. "Die Konsequenzen, die ein Verhalten hat, begünstigen sein Auftauchen in der Zukunft", dies ist das Grundprinzip des Lernens. Hunde wiederholen Aktionen, die eine für sie positive Konsequenz hatten. Der Hund, wie auch meistens der Mensch, ist nur daran interessiert, seinen eigenen Zustand zu verbessern. Also wird der Hund immer die Lösungswege wiederholen, die zum Erfolg geführt haben. Hat der Hund durch ein bestimmtes Verhalten keinen Erfolg, wird er sich andere Lösungsmöglichkeiten suchen. Hier liegt doch auch schon die Lösung all unserer Probleme. Nehmen wir das Beispiel "an der Leine ziehen". Der Hund, eigentlich ein Lebewesen, der es liebt, frei herum zu laufen, bekommt, wenn auch nicht unberechtigt, eine Leine umgelegt. Nun nimmt er einen besonders guten Duft auf. Er möchte an diese Stelle, um dort ausgiebig zu schnuppern. Die Leine ist ihm lästig, also legt er sich ins Zeug. Er erreicht die erwünschte Stelle und erhält durch das Schnüffeln seine Belohnung. Seinen Menschen an der Leine hinterher zu ziehen, war zwar lästig, aber letztendlich hat es zum Erfolg geführt. Der Hund lernt, möchte ich irgendwo hin, muss ich kräftig an der Leine ziehen. Dies liegt in seiner Lernbiologie. Er kann gar nichts anderes lernen. Nur wenn der Mensch ihm diesen Erfolg verweigert, und das hoffentlich ohne an der Leine zu rucken, kann der Hund lernen: "Nur mit lockerer Leine erreiche ich mein Ziel." In vielen Hundeerziehungstheorien wird das Ignorieren als lächerlich dargestellt. Ich gebe allen recht, die meinen, dass das Ignorieren des unerwünschten Verhaltens nicht zum Erfolg führt. Ignoriere ich das unerwünschte Verhalten, hat der Hund eventuell dennoch Erfolg und das Verhalten generealisiert sich. Ignoranz als Strafe ist nur dann möglich, wenn der Hund ignoriert wird, dies bitte aber nur kurzzeitig. Ignoranz ist eine sehr harte Strafe, denn unsere Hunde sind, wie auch seine Vorfahren, die Wölfe, darauf angewiesen, im Sozialverband zu leben. Ein Ausschluss aus dem Sozialverband, und genau dies ist das Ignorieren, kann lebensbedrohlich sein. Stimmt die Beziehung zwischen Mensch und Hund, kann der Mensch dem Hund durch Ignorieren auf hündisch sagen: "Das hat mir jetzt nicht gefallen, das werde ich nicht tolerieren." Doch was ist Ignorieren? Ignorieren heißt: "Du bist für mich jetzt nicht existent." Eigentlich können wir Menschen dies sehr gut, jeder ist sicherlich schon einmal in diese Situation gekommen, dass ein Gegenüber uns einfach übersehen hat. Egal wie oft, wir versucht haben, Kontakt aufzunehmen, wir wurden einfach übersehen, ignoriert. Wenn uns das Gegenüber nun noch wichtig war, was wir für unseren Hund ja sein sollten, wissen wir auch, wie schmerzlich diese Erfahrung war. Geben wir unserem Hund nun noch statt des unerwünschten Verhaltens eine Alternative vor, die wieder ein gutes Gefühl bei ihm auslöst, haben wir das Lernen in unserem Sinne manipuliert. Strafen, wie Leinenruck, Anschreien, Schläge oder noch schlimmeres versteht der Hund nicht, ist tierschutzrelevant und uns Menschen nicht würdig.